ffm-rock Juni 2013 über Astrum et Abyssum:

Ich und Deutsch Rock? Hilfe! Zwei Welten treffen aufeinander. Bei diesem Output von der Band ASTRUM ET ABYSSUM geht’s alles andere als schiedlich, friedlich lustig, ausgelassen freundlich trallallallalla zu; schon der dunkel gefärbte Opener „Opfermoor“ besticht durch schön viel Melodie, catchy Refrains getaucht in eine düsteren Grundtenor, und anspruchsvolles, teilweise ins mystische hinein greifendes Textgut. ASTRUM ET ABYSSUM stellen die Frage wie es weitergeht im Leben, welchen Weg man einzuschlagen gedenkt irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man sich dieser Thematik stellen muss. Die Band hat es getan, verschmelzt Liebe, Leidenschaft, Emotionen, Tiefgang und einen immer stets vorhandenen Hauch düsterer Melancholie zu einer in sich stimmigen musikalischen Symbiose. „Schlangenbrut“, „Falscher Stolz“, „Weil sie anders sind“ oder „Nebel in Mir“ prangert gesellschaftliche Missstände an, kommt mit hart rockender Gitarre, lässigen Grooves und einer Message, veredelt von der kraftvoll-aussdrucksstarken Stimme von Frontfrau Beaty, die es geschickt versteht, die richtigen Passagen stärker zu betonen, wo es nötig erscheint und dort, wo Gefühl erforderlich ist, die sanftere Seite mit einzubringen. „Ruf der Erde ist eine Warnung, auf die schon seit geraumer Zeit bestehenden Signale unserer Erde zu hören, die Zeichen der Zeit wahrzunehmen, und bald etwas an der momentanen Misere zu verändern. Das heftig umgesetzte „Maria“ kommt bezugs thematisch recht nahe an „Ruf der Erde“ heran. Vom Rockfaktor gesehen, geht das Gesamtresultat auf jeden Fall okay. Musikalisch überhaupt nicht mit standesüblichen Protagonisten vom Schlage RAMMSTEIN oder BÖHSE ONKELZ, vergleichbar, geht diese Band einen völlig unorthodox eigenen Weg, (obwohl sie N.D.H-Einflüsse verarbeitet, erinnert mich die Band in einem Stück sogar auch an das von NINA HAGEN gecoverte RAMMSTEIN-Lied „Der Seemann“), der aufklären, zum Nachdenken anregen und neben diverser zu betrauernder Umstände Hoffnung verbreitet, bestes Beispiel dafür gibt das melancholisch hart und emotional rockende „Sieben Leben“. Respekt! Mit Schrei nach Dir befindet sich sogar eine Hitsingle mit reichlich Airplay-Potential auf dem Zehntracker. Dieses vielschichtige Werk dürfte zum einen für Deutschrockfans von Interesse sein, zum anderen gezielt Hörerschichten ansprechen, die kein Problem damit haben, bewußt über den Tellerrand gängiger, sich schnell abnutzender Musiktrends zu schauen. Kein schlechtes Werk für eine Richtung, die mir im Grunde genommen überhaupt nicht liegt! Ob „Nebel in Mir“ einen Geheimtipp für Deutschrockfans darstellt, ist schwierig zu beurteilen, doch über eines bin ich mir sicher: Das Ding besitzt gewaltig Substanz!