exception-factory Juni 2010 über Astrum et Abyssum:

Ethno Rock betiteln die Herrschaften die ich euch heute aufs Gehör drücken möchte ihre Stilrichtung. Astrum Et Abyssum nennt sich die Truppe und stammt aus deutschen Landen. Beate Scherer (voc)
Gunther Schroth (guit), Jürgen Stephan (drums), Markus Cappel (percussions), Ralf Henkelmann (bass), Bernd Kolbig (didgeridoo) und Peter Böhler (keys) bieten auf „Ritual“ ein sehr hymnisches Programm. Diese Schiene wird fast durchgehend gefahren und dabei wird das Konzept ganz schön erdig, als auch groovig unterwandert.

Sehr erdig – groovend serviert man uns mit „Drachenherz“ gleich den ersten Happen. Solider Rocker der hier etwas gemächlicher durch die Boxen daher kommt. Etwas knackiger und schärfer wird zwar immer wieder angestimmt, dennoch verbleibt man eher im gemächlichen Midtempo. Stimmlich setzt sich bei mir sofort eine Person im Kopf fest. DORO PESCH, denn diese Fronterin klingt wie die Schwester dieser Lady of Rock.

Sehr mystisch beginnt nun „Dornennaht“. Zur Einleitung kredenzt man uns ein breites, fast schon progressives – symphonisches Klangbild. Klingt vorerst wie eine Entspannungsmusik, doch man sollte sich hüten hier eine Runde autogenes Training abzuhalten. Pünktlich bietet uns der Axtschwinger gleich seine erdig gestimmte Gitarre und ab diesem Zeitpunkt geht es auch deutlich flotter weiter. Schlussendlich erreicht man groovige – stampfende Gefilde und dadurch klingt der Song um einige Ecken grooviger. Für den klaren, als auch kleineren liebliche angehauchten Teil sorgt die Fronterin. Nicht etwa das sie uns hier quer durch die Palette mit romantischem Gesäusel die Ohren zukleistert, dennoch ist ihr Gesang hier der klare Anteil des Stücks.

Ein flotter Rocker mit viel Herzblut ist nun „Adler“ geworden. Kleine melancholische Gefühle werden uns hier etwas trauriger von Beate vorgetragen. Doch alles in allem hat man hier einen sehr kraftvollen Song zu bieten der etwas zum leichten Bangen bietet. Eine gute Mixtur wurde auch hier aus Groove und erdigem Hard Rock geschaffen. Selbiges Rockprogramm stimmt man an und ab etwas hymnischer an und erweitert das Klangbild durch kleine Didgeridoo Attacken.

Stimmung wie im Busch von Australien schafft man als Einleitung von „Vergessenes Land“ zu Tage. Einerseits klingt das wieder etwas entspannend, doch gleich im Anschluss wird klar hier geht es deutlich hymnischer, aber auch anklagender zu. Nicht nur aufgrund der deutschen Lyrics kann man dies fest stellen. Nein auch der Rhythmus ist deutlich durch diese Stimmung eingefärbt. Kantig und scharf bricht man immer wieder aus und das weiß zu begeistern.

„Nacht ohne Zeugen“ ist zu Beginn ebenfalls sehr ruhig und beschaulich ausgefallen. Wiederum lässt man das Stück gemütlich – verträumt anfahren. Diesmal verbleibt man aber fast durchgehend in diesem Gewässer. Balladesk? Nun ja kleine Anleihen sind sicher vorhanden, doch ein reiner Schmusesong ist hier dennoch nicht am Laufen. Ruhig, gemächliche aber sehr traurig und anklagend wird hier weiter gemacht.

Wer rastet der rostet, unter diesem Motto schickt man sich nun an mit „Hochzeitstanz“ temporeicher nachzulegen. Gut sortierter Hard Rock Happen, der mit einer sehr rauen Rhythmusfraktion aufwartet. Für den klaren Anteil ist wieder die Fronterin verantwortlich, die mich immer mehr an Doro Pesch erinnert. Shakig spielt man uns hier eine Runde zum Mittanzen vor und die Klänge wissen durchaus einen bleibenden, mitreißenden Eindruck zu hinterlassen.

Sehr heroisch startet nun „Glockenschrei“, dieser Einstand wird aber gleich von einer modern – herben rockenden Breitseite unmittelbar in den Hintergrund gedrängt. Kleine vergleiche zu amerikanischen Kapellen sind durchaus legitim. Allerdings hat man hier nur leichte Züge in den Sound verarbeitet. Messerscharf klingen hier die sägenden Gitarren und diese werden einmal mehr nur durch den etwas verträumteren Gesang in eine andere Richtung gelenkt. Doch auch die Arrangements wie z.B. der Didgeridooeinsatz und einigen Klangelementen lassen das Stück deutlich farbenbunter klingen.

Auf zum Regentanz heißt es nun beim Start von „Jagdblut“. Nach der etwas hymnisch – gemütlichen Einleitung geht es deutlich dreckiger weiter. Die männlichen Kollegen geben stampfend den Ton an und mit ihren Chore Shouts lenken sie das Ganze kurz in eine etwas härtere, Power Metal Richtung. Doch schon reißt man das Steuer wieder rum und hievt uns sachte in verträumtere Gewässer. Gut durchgemischt klingt der Track sehr pathetisch, mit einem leichten hymnischen Einschlag.

Mit viel Dampf im Kessel setzt man nun mit „Helden“ nach. Mit einem guten Tempo galoppiert die Mannschaft hier daher und rockt die Bude. Dennoch zeigt man auch hier ein durchgemischtes Soundbild, wobei man aber eher der flotteren Geschwindigkeit fast durchgehend treu bleibt.

„Seelenfänger“ wird durch einen Didgeridoo Alleingang angestimmt. Doch schon geht es wieder rockiger zur Sache. Doch der Spielmann lässt sich hier nicht unterbuttern und duelliert sich einige Zeit lang mit dem Axtmann. Schlussendlich findet man wieder sein Auslangen mit Midtempo lastigen Klängen und auch der hymnische Anteil kommt nicht zu kurz.

Groovender, stampfender Rocker steht an vorletzter Stelle mit „Völkerzauber“ an. Sehr herb rockt man sich hier den Weg frei, aber immer wieder bremst man stark das Rockprogramm ab um kleinere Ruhephasen anzustimmen, bevor man wieder schroffer weiter musiziert. Sehr wechselhafte Stimmung die man dadurch geschaffen hat.

Die Beendigung erledigt man mit „Abyssus“ einem Instrumental das laut aufhorchen lässt. Australische Buschstimmung, herber Hard Rock, aber auch ein orientalisches Soundepos wird uns hier dar geboten. Superbes Instrumental das hier sehr glanzvoll das Album beendet.

Fazit. Wer auf die Hymnen von Doro oder Warlock steht der wird auch hier fündig. Gesetz dem Fall natürlich man mag deutsche Lyrics. Hard Rock wird hier satt geboten und diesen Genrestyle wertet man durch etliche Beigaben auf. Nicht jedermanns Sache, wer aber von sich behauptet ein wahrer Freund des Hard Rocks aus hiesigen Gefilden zu sein, für den ist das Album passgenau zusammengeschnitzt worden.